Niebel misst mit zweierlei Maß

Entwicklungszusammenarbeit mit Nicaragua reduziert

Mit dem Vorwurf von Unregelmäßigkeiten bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen hat BMZ-Minister Niebel angekündigt, die Entwicklungszusammenarbeit mit Nicaragua zurückzufahren. Als vor zwei Jahren in Honduras die unter irregulären Bedingungen gewählte Regierung Lobo ihr Amt antrat, war Niebel international einer der ersten, der trotz der äußerst bedenklichen Situation die Wiederaufnahme und Ausdehnung der Zusammenarbeit in die Wege leitete. Und seit Lobo im Amt ist, besteht in Honduras ein System der Straflosigkeit, in dem politisch missliebige Menschen bedroht, entführt und ermordet werden. Und das BMZ unternimmt bis heute nichts gegen diese Verbrechen.

Im Gegensatz dazu erhielt die in Nicaragua gewählte Regierung Ortega weitgehende Zustimmung im Land, der Vorwurf der Wahlfälschung wurde von den Beobachtern der EU nicht erhoben. Und die Entwicklung in Nicaragua in den letzten Jahren der Ortega-Regierung zeigt ganz deutlich, dass die Regierung an der Verbesserung der Situation der armen Bevölkerung arbeitet und vieles erreicht hat. Niebel scheint hier mal wieder zu unterteilen in neoliberale Freunde, denen alle Menschenrechtsverletzungen vergeben werden, und von der Bevölkerungsmehrheit unterstützte Feinde, denen wegen sozial geprägter Politik die Gelder gestrichen werden.

Bedenklich stimmt aber auch, dass der Antrag der Linken mit der Aufforderung an Niebel die Entwicklungszusammenarbeit mit Nicaragua im vollen Umfang fortzusetzen, im Ausschusses für EZ von keiner Partei mitgetragen wurde. Die Grünen enthielten sich, der Rest stimmte dagegen. Eine ausführlichere Debatte des Themas soll noch folgen....

Wann wird endlich einmal die Forderung nach Good Governance an Bundesregierung und Bundestag angelegt?


Tödlicher Energiehunger

Zuckerrohr, Bioethanol und chronische Niereninsuffizienz

Die Agrotreibstoffe sind nur die Spitze des Eisberges einer weltweiten Umstellung auf pflanzliche Produkte, um Erdölprodukte zu ersetzen. In immer mehr Ländern versucht die „Zuckerwirtschaft“ die in die Krise geratene Wirtschaft der fossilen Brennstoffe abzulösen – mit teilweise dramatischen Folgen. In der „Zuckerregion“ Nicaraguas wurde die Krankheit der Zuckerarbeiter - chronisches Nierenversagen – zur häufigsten Todesursache.

Informationen und Hintergründe zu Zuckerrohr, Bioethanol und die Auswirkungen der Produktion auf Arbeiter und ihre Familien finden Sie hier.

Film über Zuckerrohrarbeiter

Einen kurzen Film (in spanischer Sprache) über die an chronischer Niereninsuffizienz leidenden Zuckerrohrarbeiter finden sie hier. zum Film auf YouTube

Kampagne gegen giftigen Zuckeranbau und Agrotreibstoffe geht weiter

Neue deutsche Verwicklung in die giftige und umweltschädliche Produktion von Ethanol in Nicaragua
Die Deutsche Entwicklungsgesellschaft (DEG), eine Tochter der KfW-Bankengruppe, vergab 2006 einen Kriedit von 10 Mio. US-$ an die Nicaragua Sugar S.A. Damit sollten Investition getätigt werden, die Hektarerträge und erneuerbare Energiegewinnung sollte um um 25 bis 30 Prozent steigen. Dieser Kredit wirft Fragen auf...

Hier finden Sie eine Dokumentation der Besuchsreise zu den beiden wichtigen Selbstorganisationen der an chronischer Niereninsuffizienz erkrankten Zuckerrohrarbeiter in Nicaragua. Heinz Reinke und Sabine Eßmann vom Nicaragua-Forum hatten ANAIRC / Carmen Rios in Managua und Chichigalpa besucht. In El Viejo trafen sie sich mit Alvaro und vielen Mitgliedern von ASOTRAIRC, um sich mit ihnen über die aktuelle Situation, die Versorgung mit Lebensmitteln und über Aktionen zur Durchsetzung der Interessen der entlassenen Arbeiter auszutauschen. Lesen Sie hier... (pdf-Datei, 379,9 KB)


"Mehr als nur ein bisschen fair!"

10 Jahre Heidelberger Partnerschaftskaffee

Erika, Stipendiatin und KaffeebäuerinFairer Kaffeehandel, wie er eigentlich sein sollte. Der Heidelberger Partnerschaftskaffee zeigt die Schwerpunkte seiner Arbeit in den 10 Jahre seines Bestehens. Infos zu Projektförderung, Kaffeequalität und FairTrade. Mit vielen Fotos und Grafiken - Sehen sie selbst unter www.fair-bedeutet-mehr.de


Wahlbeobachtung in Nicaragua?

Die Wahl von Präsident und Parlament im November 2011 in Nicaragua wirft ihre Schatten voraus. Schon jetzt gibt es ein Gerangel der verschiedensten in- und ausländischen Interessengruppen darum, ob und wie die Wahlen beobachtet werden. Das Nicaragua-Network aus den USA hat die Frage umgekehrt und während einer 10-tägigen Delegationsreise untersucht, ob und wie die bevorstehenden Wahlen schon im Vorfeld aus den USA beeinflusst werden. Einen gelungenen Bericht darüber von George Pauk von der Alliance for global Justice finden Sie auf der Webseite dieser Organisation. (in engl. Sprache)


Immer wieder das Gleiche...

Nicaragua-Berichte vor den Wahlen

Immer wenn bei Wahlen in Nicaragua ein Sieg der Sandinisten nicht mehr ganz unmöglich erscheint, tauchen in den nicaraguanischen Medien und auch in vielen anderen Ländern sonderbare Berichte und Artikel über die Situation im Land auf. Ein Beispiel für eine solche Berichterstattung ist der Artikel über Gaddafis Neffen (El Nuevo Diario, 25. Apr), der angeblich als Ortegas wichtigster Berater einen zentralen Einfluss auf die Politik in Nicaragua ausüben würde. Was täten die Medien ohne solche allseits greifbare Schurken-Abziehbilder, die jegliche Wahrheitssuche erübrigen?

Aber solche Stilblüten gedeihen nicht nur im fernen Nicaragua, auch die ILA 344 vom April 2011 versucht sich unter dem Titel „Der Anfang vom Ende der Demokratie?“ an einer Einschätzung dessen, was bei den Wahlen in Nicaragua alles auf dem Spiel steht. Weiter zum Artikel...


Honduras - Bajo Aguan

Bajo Aguan ist das Gebiet mit den stärksten Repressionen in Honduras. Hier versucht der Agrarunternehmer Miguel Facussé mit seinem Unternehmen Corporación Dinant eine riesige Produktionsfläche für Ölpalmen durchzusetzen - auf Kosten der vielen Kleinbauern in der Region. Ein Doku-Film bei Alba TV über Bajo Aguan


Nicaragua - ein besonderes Reiseland

Immer mehr Leute entdecken den Reiz des mittelamerikanischen Landes. Vor allem für Individualreisende bietet Nicaragua vieles: Vulkane, Natur, Meer, eine interessante Geschichte und freundliche Menschen. Tourismus zum Vorteile für die normalen Menschen im Land hat hier Chancen zur Verwirklichung - wenn man die richtigen Ziele ansteuert. Infos finden Sie in unserem Online-Reiseführer, der inzwischen zwar in die Jahre gekommen ist, aber immer noch die interessantesten Ziele im Land nennt. Wenn Sie ein Mitteilungen zu einzelnen Punkten aus dem Reiseführer haben, schreiben Sie uns. Änderungen und Ergänzungen nehmen wir gerne auf.

Eine neue Nicaragua-Karte finden Sie bei www.mapas-naturismo.com



Die Homepage des Kooperativenverbundes SOPPEXCCA

Der Kooperativenverbund (UCA) ist ein positives Beispiel der Selbstorganisation.
Hier finden Sie aktualle Informationen zur Arbeit unserer Projektpartner Soppexcca, einem Zusammenschluss von Kaffeekooperativen in Jinotega/Nicaragua. Weiter...


Aktuelle Infos, Veröffentlichungen

Die nächsten Veranstaltungen:


Nicaragua Aktuell Dezember 2011

Jetzt neu erschienen: Das Nicaragua Aktuell Dezember 2011
mit den Themen

Wahlsieg der Sandinisten
„Bevor wir sterben, wollen wir diese
Ungerechtigkeit beseitigen!“
Zuckerrohrarbeiter....
Berichte vom Besuch von
Projektpartnern des
Nicaragua-Forums
Zum Inhaltsverzeichnis

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Frühere Ausgaben des Nicaragua Aktuell

Timm Schützhofer

Nicaragua: Neue Wege in Sozialpolitik und ländlicher Entwicklung?

Das Programa Productivo Alimentario der Regierung Ortega.

Seit Anfang 2007 wird Nicaragua wieder von Daniel Ortega und der FSLN regiert. Trotz weit verbreiteter Skepsis auch innerhalb der Nicaragua-Solidaritätsbewegung, erhoffte man sich zumindest einige soziale Verbesserungen. Das vorliegende Working Paper beschäftigt sich mit der Politik der FSLN in den Bereichen Sozialpolitik und ländliche Entwicklung. Dabei wird insbesondere das unter dem Namen ‚Hambre Cero’ (Null Hunger) bekannt gewordene Programa Productivo Alimentario (PPA) genauer untersucht und im Kontext des sich wandelnden nicaraguanischen Wohlfahrtsregimes diskutiert. Die Analyse des Programms schließt an eine zusammenfassende Darstellung der Sozialpolitik der Regierung Ortega an. Es wird aufgezeigt inwiefern sich der soziale Regierungsdiskurs, der u.a. die Bedeutung kleinbäuerlicher sowie in Kooperativen organisierter landwirtschaftlicher Produktion betont, tatsächlich in eine sozialere Politik umsetzt.

pdf-Datei zum Download (1,2 mb) unter http://www.international.uni-kassel.de/de/pdf/pdf_11/OWP_TS_vollvers.pdf

Titelblatt
OneWorld Perspective Working Paper

Der neue Sandinismus in Nicaragua: Autoritärer Selbstbedienungsstaat oder neues Entwicklungsmodell?

Verschiedene Einschätzungen der aktuellen nicaraguanischen Regierung und der Entwicklungen in Nicaragua prägen den Umgang mit dem einstigen Solidaritätsobjekt. Kurz vor dem 30. Jahrestag der sandinistischen Revolution trafen sich im vergangenen Jahr alte und neue Akteure der Nicaragua-Kooperation in Kassel, um die an vielen Stellen gleichzeitig und noch nicht wirklich offen ausgetragene Debatte um die Einschätzung des aktuellen Sandinismus zumindest ein Stück voranzubringen. In dem nun vorliegenden Arbeitspapier sind wesentliche Positionen dieser Tagung zusammengefasst.
Sie finden dieses von Ivo Schnipkoweit und Timm Schützhofer herausgegebene Arbeitspapier zum Download auf den Seiten der Uni Kassel.
Rezension dazu
Viel Spaß beim Lesen!


Seit selbst Lidl und Mc Donalds irgendwie fair sein sollen ...
Heidelberger Partnerschaftskaffee
brauchen wir eine andere Definition für Entwicklungsförderung und Gerechtigkeit!
www.partnerschaftskaffee.de