Daniel Ortega: Wir möchten unser Engagement für den Frieden noch einmal bekräftigen.
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Nachricht aus Nicaragua zur aktuellen Situation

Deutsche Übersetzung: Nicaragua-Forum HD e.V.

Ausgabe vom 20-07-2026

Daniel Ortega: „Wir möchten unser Engagement für den Frieden noch einmal bekräftigen. Lassen wir uns nicht provozieren.“

Die Rede von Daniel Ortega zum 47. Jahrestag der Revolution in Nicaragua hat bei uns mediale Wirkung erzielt.
Bildschirmfoto 21.07.26
In Zeiten zugespitzter geopolitischer Interessenlagen und Konflikte ist es zuerst einmal sinnvoll, sich die Originalaussagen und Zusammenhänge anzuschauen. Wir veröffentlichen deshalb hier den übersetzten Redebeitrag.

Redebeitrag von Daniel Ortega - 19. Juli 2026

Guten Abend, geliebte Brüder und Schwestern, die ihr in dieser heldenhaften, patriotischen Nation Sandinos lebt.

Diese Veranstaltung wird derzeit vom Präsidenten geleitet … dem Präsidenten des Volkes!

Die Genossin Rosario, Co-Präsidentin, führt den Vorsitz; der Genosse General der Armee Julio César Avilés Castillo steht an der Spitze des Oberkommandos der Streitkräfte der nicaraguanischen Armee. Und ganz Nicaragua steht an der Spitze, denn in allen Gemeinden und Departements unseres Landes sind Nicaraguanerinnen und Nicaraguaner vertreten, was dazu führt – ich würde sogar sagen, dass dies in der Verfassung formell verankert ist –, dass derjenige, der das Präsidentenamt innehat, der Präsident des Volkes, der Präsident der Jugend, der Präsident der Arbeiter und der Präsident der Bauern ist.

Denn wie viel Leid und wie viel Blut hat es unser Volk gekostet, diesen 47. Jahrestag zu erreichen; wie viel Leid, wie viel Blut hat es das nicaraguanische Volk gekostet, diesen 47. Jahrestag zu erreichen, nachdem es zuvor heroische Kämpfe durchgestanden hatte, wie jene, die das nicaraguanische Volk in San Jacinto führte, wo Bauern und Arbeiter unter der Führung von General Estrada kämpften und wo sich der Heldenmut von Andrés Castro hervorhob, der jenen Stein warf und damit den Feind zu Fall brachte.

Wie viel Leid, wie viel Blut, wie viel Reichtum wurde diesem Land während der Besetzung durch die US-Truppen geraubt, die entsandt worden waren, um Sandino zu ermorden. Doch Sandino kämpfte, leistete Widerstand, und sie konnten ihn nicht zur Kapitulation zwingen. Ja, mehrere Jahre lang setzten die US-Truppen sogar die Luftwaffe gegen die bescheidenen Armee von General Sandino ein, die in ihrem Kampf die nationale Souveränität verteidigte; barfüßige Bauern, andere mit ihren „Caites“, mit ihren Sandalen, aber mit großer Stärke.

Sie schickten ihre Luftwaffe, um sie zu bombardieren, um sie mit ihren Flugzeugen zu beschießen, damit sich die Armee zur Verteidigung der nationalen Souveränität ergibt. Doch General Sandino und seine Armee ergaben sich nicht. Das waren Jahre des Kampfes! Und wir Nicaraguaner müssen dies immer im Gedächtnis behalten, die Jugend muss es im Gedächtnis behalten, denn die teuflischen Bestien trachten stets danach, die Völker der Welt zu beherrschen, ihren Reichtum zu rauben.

Wir haben ein sehr deutliches Beispiel dafür in der Bolivarischen Republik Venezuela, wo Chávez – wir hatten ihn hier bei uns, schließlich war er ein Bruder – starb und ein anderer Präsident, der diese Beziehungen zu Nicaragua und Lateinamerika fortsetzte, Präsident Nicolás, das Amt des Präsidenten von Venezuela übernahm.

Und was haben sie mit aller Macht getan? Sie stürmten die Präsidentenresidenz, in der sich Nicolás mit seiner Frau Cilia aufhielt; sie töteten alle Leibwächter, die dort waren – die meisten von ihnen waren Kubaner –, und sie verschleppten ihn, um ihn in ein Gefängnis in den Vereinigten Staaten zu stecken. Seht euch diese Ungeheuerlichkeit an, diese Ungeheuerlichkeit.

Wer sind die Menschen, die fähig sind, solche Ungeheuerlichkeiten zu begehen? Jene, die im Dienste der Großmächte stehen und diese auffordern, dasselbe mit Kuba zu tun – mit Fidels Kuba, Raúls Kuba, Miguel Díaz-Canels Kuba, Brüder, Genossen. Seit mehr als 60 Jahren leben sie unter einer Blockade, doch sie haben Widerstand geleistet.

Ach, aber dann gibt es noch Kubaner, die in den Vereinigten Staaten leben und die die amerikanische Regierung auffordern, militärisch in Kuba einzumarschieren und – so wie sie es mit Nicolás getan haben – den Comandante der Revolution, General der Armee Raúl Castro, gefangen zu nehmen.

Unser Respekt, unsere Umarmung, unser Gruß an das kubanische Volk, an Raúl und an Miguel Díaz-Canel sowie an das Volk von Bolívar; und für den Präsidenten, der dort in den Vereinigten Staaten gefangen gehalten wird, und für seine Frau – unsere Solidarität und unsere Zuneigung.

Und es gibt dort keine internationale Organisation, die sich darum kümmert.

Auch hier gibt es einige Verräter, dieselben, die die Nation an die nordamerikanischen Truppen verkauft haben. Als es einen Krieg zwischen Liberalen und Konservativen gab, rückten die Liberalen unter der Führung von Moncada vor, aber dann begannen andere, die Yankees zu bitten, mit ihren Truppen zu kommen, um sie zu verteidigen, da sonst die Liberalen Nicaragua übernehmen würden.

Und so kam es auch, doch in Wirklichkeit kamen die US-Truppen, um die Voraussetzungen zu schaffen, die es ihnen ermöglichen würden, Nicaragua zu beherrschen und sogar Sandino zu ermorden. Denn Sandino, der natürlich ein Liberaler war, akzeptierte den Verrat durch Moncada, den Anführer der Liberalen, nicht und organisierte die Armee zur Verteidigung der nationalen Souveränität.

Deshalb, wie der heldenhafte Comandante Ernesto Che Guevara zu sagen pflegte, kann man den Imperialisten dieser Welt – nicht nur dem Yankee-Imperium, denn es gibt auch anderswo Imperien – nicht auch nur im Geringsten glauben, nicht einmal im Geringsten kann man ihnen etwas glauben.

Seht nur, wie viel es uns gekostet hat, die Revolution zu verteidigen... So viele Schlachten! Zunächst die Schlacht zur Zeit von General Estrada, als Andrés Castro den Yankee mit einem Stein niederschlug und sie sich zurückziehen mussten; dann die Schlacht, die Sandino führte, den sie nicht besiegen konnten, aber stattdessen luden sie ihn ein, ein Abkommen, einen Waffenstillstand, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen, wonach Sandino den Kampf einstellen und das Land in Frieden leben sollte.

Und da Sandino Frieden wollte, willigte er schließlich ein. Doch was bedeutete das? Es bedeutete, dass General Sandino eingeladen wurde; nachdem er also über eine Woche, zwei Wochen lang an Treffen teilgenommen hatte, kam Sandino aus den Bergen herunter, und so trafen sie sich hier in eben dieser Präsidentenresidenz, als der Präsident ein anderer Liberaler war, Sacasa.

Dort wurde er also zu einem Abendessen eingeladen. Er kam zum Abendessen in die Präsidentenresidenz; der Präsident war da, die Tochter des Präsidenten war da, mehrere Minister waren da; doch die Yankees hatten Somoza inzwischen zum Chef der Nationalgarde ernannt. Es war also eine Falle, die sie Sandino gestellt hatten, denn als er zu dem Abendessen ging, hatten sie dort heimlich bereits Sandinos Ermordung vorbereitet.

Als er aus dem Präsidentenpalast kam, wurde er von Somozas Wachen festgenommen, die zu jenem Zeitpunkt vom US-Botschafter in Nicaragua geleitet und gesteuert wurden – er war derjenige, der Somoza Anweisungen gab –, und auf diese Weise nahmen sie Sandino gefangen. Die Tochter des Präsidenten kam, um sich für ihn einzusetzen, doch sie ignorierten sie und erschossen ihn zusammen mit zwei weiteren Compañeros.

Sie wurden ermordet und ihre Leichen verschwanden, in der Annahme, dass die Menschen Sandino auf diese Weise vergessen würden; doch sie hatten nicht bedacht, dass – gerade weil Sandino diesen Kampf geführt hatte und auf diese Weise ermordet worden war – die Jugend des Landes unter der Führung von Comandante Carlos die Sandinistische Nationale Befreiungsfront gründete, inspiriert durch Sandinos Beispiel und entschlossen, nicht erneut in eine ähnliche Falle zu tappen.

Und dank Comandante Carlos und anderen Brüdern wie Tomás oder Oberst Santos López, die in der Armee von Sandino gekämpft hatten, gelang es der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront, sich zu festigen, weiterzuentwickeln und schließlich die Diktatur zu besiegen – obwohl diese von der US-Regierung unterstützt und finanziert wurde und vollständig im Dienst der Vereinigten Staaten stand.

Aber nun ja, sie hatten ihre Entscheidungen so manipuliert, dass sie bereits bei jeder Wahl wussten, wer gewählt werden würde, und dass es immer ein Somocista sein musste, der bereit war, vor den Yankees in die Knie zu gehen; andernfalls wäre er nicht gewählt worden. Und so entstanden Regierungen, die sie „liberal“ nannten; in Wirklichkeit waren es jedoch Regierungen, die von den Yankees eingesetzt und von Somoza geleitet wurden.

Unterdessen begann die Sandinistische Front ihren Kampf, der Kampf begann, der Kampf begann unter schwierigen Bedingungen, zu denen dieses Lied gut passt: „Gib nicht auf, mein Compa, sei nicht zögerlich, denn die Nation braucht deinen Mut und deine Tapferkeit.“ Und genau das braucht die patriotische Nation in diesen Zeiten von der Jugend und dem Volk des Landes – ein Volk und eine Jugend, die standhaft bleiben.

Denn glaubt nicht, nur weil es keinen Krieg gibt, wir wären im Frieden … Nein! Andere leben damit, im Verborgenen zu konspirieren, sich zu organisieren und nach Wegen zu suchen, politische Parteien zu gründen, damit diese bei einer Wahl, an der sie teilnehmen sollen, dann die Wahlen gewinnen. Und das ist das Ziel der Erzählung, dass die von den Yankees und den Somocistas ins Leben gerufenen politischen Parteien erneut an die Regierung gelangen sollen … Niemals! Niemals! Niemals!

Wir haben hier enorme Anstrengungen unternommen, damit im Land Frieden herrscht, aber erinnern wir uns daran, wie es 2018 war, als wir Vereinbarungen mit den Geschäftsleuten, mit den somozistischen Geschäftsleuten, hatten; wir hatten dort eine großartige Vereinbarung für den Frieden, und die Vereinbarung nahm ihren Lauf, doch plötzlich kam der Dolchstoß: Sie organisierten den Putschversuch, nutzten Gelder aus den Vereinigten Staaten, um Jugendliche und Erwachsene zu rekrutieren, sie vorzubereiten, auszubilden und zu bewaffnen, um die legitime Regierung der Sandinistischen Front zu stürzen.

Sie haben es versucht. Das Blut von Jugendlichen, Erwachsenen, Frauen und Kindern floss hier, Blut wurde vergossen, und am Ende gab es keinen anderen Weg, als ihnen mit der Kraft des Zorns des Volkes zu begegnen. Als sie das Land lahmgelegt hatten, nachdem sie überall Straßensperren errichtet hatten, blieb der Polizei, zusammen mit der Freiwilligenpolizei und den Jugendlichen, nichts anderes übrig, als loszuziehen und diese Straßensperren zu räumen. Und es blieb keine einzige Straßensperre übrig.

Oh, aber dann gab es die Klagen und das Gejammer, nachdem sie Menschen ermordet hatten, nachdem sie Schulen zerstört hatten, denn sie hatten Schulen niedergebrannt…

Deshalb müssen wir hier weiter daran arbeiten, Aktivitäten zu entwickeln, die den Armen zugutekommen: Wohnraum für die Armen, Land für Bauernfamilien, kostenlose Schulen.

Hier, ausgehend vom Triumph – und von dem Triumph, den wir nach dem Putschversuch errungen hatten –, hatten wir bereits per Gesetz verfügt, dass Bildung kostenlos ist, dass dafür keine Gebühren erhoben werden dürfen, weder für die Grundschule noch für die Sekundarstufe noch für die Universität. Und wir bauen weitere Schulen, ausgestattet mit den neuesten Technologien.

Aber da sind sie nun, halten sich bedeckt und wollen Wahlen gewinnen, um über das öffentliche Schulsystem Geld zu verdienen. Doch das können sie vergessen – solche Wahlen wird es hier nicht wieder geben, keine Wahlen mehr, bei denen sie versuchen können, sich mit Betrug an die Regierung und damit an die Macht zu mogeln.

Und wir werden gemeinsam mit der Nationalversammlung und den entsprechenden Organisationen an den Gesetzen arbeiten, denn wir müssen Gesetze erlassen, die eine Mauer, eine Barriere gegen die Putschisten und die Verräter errichten, damit sie sich nicht durchsetzen können, egal wie viel Geld die Yankees ihnen geben. Sie werden sich nicht durchsetzen! Das werden sie nicht schaffen!

Wir begrüßen das bei dieser Veranstaltung anwesende diplomatische Korps. Bitte einen Applaus, Compañeras und Compañeros. Und für die anderen besonderen Gäste dort, Geschäftsleute usw., die sich in patriotischer Weise engagieren.

Und heute Abend wollen wir noch einmal unser Bekenntnis zum Frieden bekräftigen. Lassen wir uns nicht provozieren, denn sie wollen uns vielleicht provozieren, damit wir auf diese Provokation hereinfallen, und genau daraus entsteht Gewalt. Aber wenn es zu einer Provokation kommt, sollte man sich sofort an die Behörden, an die Polizei wenden, damit diejenigen, die versuchen, Gewalt, Zerstörung und Tod zu provozieren, festgenommen und anschließend strafrechtlich verfolgt werden, wie es bereits seit mehreren Monaten geschehen muss.

Dann treten sie klagend auf, sie beschweren sich, aus den Vereinigten Staaten beschweren sie sich, dass arme, unschuldige Menschen festgenommen werden, obwohl sie in Wirklichkeit Schurken sind, obwohl sie in Wirklichkeit Kriminelle sind, obwohl sie Mörder sind, und selbst angesichts der Beweise für diese Morde verstehen sie es immer noch nicht.

Deshalb ist die Verteidigung des Friedens eine grundlegende Aufgabe, um die Kontinuität der Beschäftigung, der öffentlichen Bauvorhaben, der Krankenhäuser, der Universitäten, des Wohnungsbaus und aller Projekte zu gewährleisten, die wir entwickeln und auch weiterhin entwickeln werden, selbst wenn uns der Teufel selbst im Weg steht. Wir werden dem Teufel ein Kreuzzeichen machen, wir werden ihm das Kreuz zeigen, und er wird davonlaufen.

Und wir befinden uns auf diesem Platz, der den Namen von Juan Pablo trägt, der nach Nicaragua kam, und vor kurzem traf sich der Kardinal mit Seiner Heiligkeit, dem Papst, dem neuen Papst, der große Stärke bewiesen hat, um diejenigen anzuprangern, die die Völker der Welt unterdrücken wollen. Und wir sagen dem Heiligen Vater: Danke, danke, danke für Ihren Segen!

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Redaktionelle Anmerkungen:

Erstaunlich an den Medienberichten in Deutschland ist vor allem das, was nicht berichtet wird. So fehlt die Information dazu, wie die US-Regierung den Putschversuch von 2018 gegen die gewählte Regierung Nicaraguas finanziert und angeleitet hat. Sie finden dazu hier auf der Startseite von www.nicaragua-forum.de entsprechende Informationen unter der Überschrift "So finanzier(t)en die USA Putschversuch und Destabilisierung in Nicaragua 2018, 2019, ..."

Über die nachfolgenden Versuche der US-Regierung zur Destabilisierung Nicaraguas berichteten wir unter der Überschrift: "US-Pläne für einen Putsch gegen die Regierung Nicaraguas (2020 / 2021)" über dem vorgenannten Text.

Wie so oft zeichnen deutsche Medien ein verkürztes Bild, tun so, als stünde die Bevölkerung Nicaraguas hinter den von den USA bezahlten Interessenvertreter. Ein Verständnis der nicaraguanischen Realität ist so nicht möglich, vieles spricht dafür, dass es sich um eine reine Berichterstattung zur Untermauerung der US- und EU-Interessenpolitik handelt.