Wahlen alle 7 Jahre - Verfassungsreform - Ernaehrungssicherheit - Lehrkräfte Schulen
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NicaNotes ist ein Blog für Menschen, die zu Nicaragua arbeiten und/oder an Nicaragua interessiert sind, veröffentlicht vom NicaNotes (USA), einem Projekt der Allianz für globale Gerechtigkeit (AfGJ). Hier werden Nachrichten und Analysen aus dem Kontext der langen Geschichte des Nicaragua-Netzwerks in Solidarität mit der Sandinistischen Revolution veröffentlicht.

Deutsche Übersetzung Nicaragua-Forum HD e.V. - Das Nicaragua-Forum HD besteht aus Menschen mit unterschiedlichen Positionen zu den aktuellen Entwicklungen in Nicaragua. Deshalb geben die übersetzten Artikel natürlich auch nicht die Meinung aller Mitglieder wieder.

Kurzmeldungen aus Nicaragua vom 30-07-2026

Von Nan McCurdy

Lesen Sie unbedingt den faszinierenden Kurzbericht über neue Entdeckungen zu Nicaraguas Avocados! Es ist der letzte Beitrag in der Rubrik „Kurzmeldungen“! (NMC)

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Vorschlag zur Abhaltung von Wahlen alle sieben Jahre

Der neue Vorschlag für Teiländerungen der Verfassung – der von einer Sonderkommission geprüft und anschließend von der Nationalversammlung verabschiedet werden soll – sieht vor, Wahlen künftig alle sieben Jahre abzuhalten. Ziel ist es, die Stabilität, Effektivität und Kontinuität des Nationalen Plans für menschliche Entwicklung und Armutsbekämpfung zu gewährleisten. In der Begründung des von Parlamentspräsident Dr. Gustavo Porras eingebrachten Gesetzentwurfs steht die Wahrung der nationalen Sicherheit, des Friedens und der Souveränität im Vordergrund, um den Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit in einem internationalen Umfeld fortzusetzen, das von geopolitischer Instabilität und bewaffneten Konflikten geprägt ist. Das Dokument bekräftigt die Werte Glaube, Familie und Gemeinschaft im Rahmen eines revolutionären, christlichen, sozialistischen und auf Solidarität basierenden Regierungsmodells.

Das Plenum der Nationalversammlung billigte einstimmig mit 91 Ja-Stimmen die Einsetzung und Zusammensetzung der Sonderkommission für Verfassungsfragen. Diese besteht aus 12 Abgeordneten: Dr. Gustavo Eduardo Porras (Vorsitzender), Arling Alonso, Amada Pineda, María Haydee Ozuna, Loria Dixon, Wilfredo Navarro, Alejandro Mejía, Edwin Castro, Lester Flores, Mario José Ascencio, María Auxiliadora Martínez und Wálmaro Gutiérrez. Dr. Porras betonte, dass der Reformvorschlag von 100 % der regulären Abgeordneten unterstützt werde und damit die gesetzliche Anforderung einer Zweidrittelmehrheit (60 % der Stimmen) deutlich übertreffe. Die Initiative, die auf Anweisung des Präsidialamtes (gemäß den Artikeln 15 und 137 der Verfassung) eingebracht wurde, begründet die Notwendigkeit einer staatlichen Neuordnung angesichts internationaler Spannungen und globaler wirtschaftlicher Herausforderungen.

Nach der Verlesung der Präambel, in der Wirtschaftssanktionen, das internationale organisierte Verbrechen sowie Einmischungen von außen – welche die Entwicklung der Völker untergraben – verurteilt wurden, wurde der Gesetzentwurf offiziell an die Sonderkommission für Verfassungsfragen überwiesen. Die Kommission wird die erforderlichen Konsultationen durchführen und einen Bericht ausarbeiten, der anschließend dem Plenum zur Beratung und endgültigen Verabschiedung vorgelegt wird. (La Primerisima, 28. Juli 2026)

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Konsultationsprozess zur teilweisen Verfassungsreform beginnt

Die Ko-Präsidentin der Republik, Rosario Murillo, gab bekannt, dass am 27. Juli der Konsultationsprozess für den Gesetzentwurf zur teilweisen Reform der Verfassung begonnen hat. Sie verwies auf ein erstes Treffen der Sonderkommission mit dem in Nicaragua ansässigen diplomatischen Korps – wobei sie betonte, dass dazu jene Diplomaten gehörten, die dem nicaraguanischen Volk mit Respekt begegnen. Sie erläuterte, dass der nun beginnende Prozess alle gesellschaftlichen Bereiche einbeziehe und auf einen Monat angelegt sei, da der Abschluss für Ende August geplant ist. Die Ergebnisse sollen in der ersten Septemberwoche bekannt gegeben werden.

Murillo kündigte an, dass sich die Mitglieder der Sonderkommission als Nächstes mit Vertretern des Obersten Gerichtshofs, der Generalstaatsanwaltschaft, der nicaraguanischen Armee und der Nationalpolizei sowie mit Vertretern des Finanz-, Banken-, Handels-, Wirtschafts- und Produktionssektors, mit Investoren, religiösen Gruppen, Gemeindeverwaltungen, Staatsbediensteten, Unternehmern, Transportunternehmern, Händlern, Medienschaffenden, Journalisten, Studierenden und Universitäten, unter anderem, treffen werden. Siehe Fotos: https://radiolaprimerisima.com/2026/07/27/inicia-proceso-de-consulta-de-reforma-parcial-a-la-constitucion/ (La Primerisima, 27. Juli 2026)

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Nicaragua: Ernährungssouveränität bei der Mehrheit der Produkte

Jeovany Álvarez, stellvertretender Minister für Landwirtschaft und Viehzucht, erklärte, dass Nicaragua weiterhin die Ernährungs- und Versorgungssicherheit seiner Bevölkerung gewährleistet – dank der Maßnahmen zur Unterstützung der Erzeuger, die von der sandinistischen Regierung in den vergangenen 19 Jahren vorangetrieben wurden. „Der Agrarsektor bleibt aufgrund seiner Bedeutung sowohl für die Produktion als auch für die Ernährungs- und Versorgungssicherheit eine der tragenden Säulen der nationalen Wirtschaft“, betonte er. Der Regierungsvertreter wies darauf hin, dass die Landwirtschaft 14 % des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, rund 29 % der Arbeitsplätze im Land schafft und etwa 30 % zu den Gesamtexporten des Landes beiträgt. Zudem leben 44 % der nicaraguanischen Bevölkerung in ländlichen Gebieten, was diesen Sektor zu einem dynamischen Motor für Beschäftigung und Entwicklung macht. „Gott sei Dank sind wir ein Produktionsland; das ermöglicht es uns, den Inlandsbedarf zu decken und darüber hinaus internationale Märkte sowie einen Großteil der Region zu beliefern“, sagte er. Álvarez führte aus, dass der Sektor der Agrarwirtschaft (incl. Verarbeitung und Handel) während der 19-jährigen Regierungszeit der Sandinisten um 83 % gewachsen sei, während der gesamte Agrarsektor ein Wachstum von 75 % verzeichnet habe.

Nicaragua hat bei den meisten strategischen Kulturen – darunter Mais, Bohnen, Kaffee, Zuckerrohr und Edelkakao (letzterer ist auf internationalen Märkten äußerst wettbewerbsfähig) – die Selbstversorgung erreicht. Lediglich bei einigen wenigen Produkten, wie Reis und zeitweise Zwiebeln, ist das Land auf Importe angewiesen, insbesondere während der Regenzeit. (Informe Pastran, 27. Juli 2026)

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Lehrkräfte werden Pädagogische Hochschulen mit Bachelor-Abschluss abschließen

In einem Interview mit INFORME PASTRÁN hob Bildungsministerin Mendy Arauz zu Beginn des zweiten Semesters des Schuljahres 2026 beispiellose Fortschritte in der beruflichen Lehrerausbildung hervor. Zum ersten Mal in der Geschichte der Lehrerausbildung in Nicaragua werden die pädagogischen Hochschulen alle Lehrkräfte mit einem Bachelor-Abschluss in Grundschulbildung abschließen.

„Dies ist ein historischer Sprung, den wir vollziehen – ein historischer Sprung für unser Land und für die Geschichte des Bildungswesens“, erklärte sie und betonte, dass es in der Region keine vergleichbare Initiative gebe und dass die angehenden Lehrer bereits ihre Lehrpraktika an Schulen absolvierten, was die Qualität der Bildung stärken werde. Nicaragua unternimmt große Anstrengungen, um den Lehrerberuf zu professionalisieren und den Übergang von Lehrkräften, die lediglich auf der Sekundarstufe II ausgebildet wurden, zu universitär ausgebildeten Lehrkräften zu vollziehen. (Informe Pastran, 23. Juli 2026)

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Große Urologie-Aktion versorgt über 900 Menschen an der südlichen Karibikküste

In der südlichen Karibik fand eine bedeutende Gesundheitsinitiative statt: Im Rahmen einer koordinierten Aktion wurden mehr als 900 Patienten bei einer großen urologischen und allgemein-chirurgischen Behandlungsveranstaltung in den Krankenhäusern Ernesto Sequeira (Bluefields) und Ethel Kandler (Corn Island) versorgt. Dreiundvierzig Fachärzte arbeiteten gemeinsam daran, Patienten mit Prostataerkrankungen, Hernien, Gallenblasenproblemen, Nierensteinen und Harnwegsinfektionen zu behandeln und so für Erleichterung für Menschen in Hunderten von Haushalten zu sorgen. Neben fachärztlichen Beratungen standen den Patienten auch moderne Diagnoseverfahren wie Ultraschall, Endoskopie, Gastroskopie, Koloskopie und Biopsie zur Verfügung, ohne dass Reisen in andere Regionen erforderlich waren; dies verkürzte die Wartezeiten für wichtige Diagnosen erheblich. Fotos unter: https://radiolaprimerisima.com/2026/07/26/atienden-a-mas-de-900-del-caribe-sur-en-mega-feria-de-urologia/ (La Primerisima, 26. Juli 2026)

„Die Welt bewegt sich auf ein multipolares Modell ohne westliche Hegemonien zu“

Die globale geopolitische Landschaft durchläuft einen historischen Wandel hin zu einem multipolaren Modell. In diesem Prozess festigt sich das Bündnis zwischen Nicaragua und der Russischen Föderation als fundamentale strategische Achse, erklärte der nicaraguanische Außenminister Valdrack Jaentschke am 24. Juli. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Sputnik betonte er, dass die bilateralen Beziehungen zu Russland unter der Führung der Ko-Präsidenten Daniel Ortega und Rosario Murillo höchste Priorität genießen. „Wir bezeichnen unsere Beziehung zur Russischen Föderation als strategische Partnerschaft. Das ist sehr wichtig. Unsere Zusammenarbeit und enge Verbundenheit auf internationaler Ebene sind sehr stark“, bekräftigte Jaentschke und bezeichnete Russland als wichtigen Partner in dieser Zeit der globalen Neudefinition.

Jaentschke erklärte, dass der institutionelle Rahmen aus dem Zweiten Weltkrieg angesichts der Realitäten des 21. Jahrhunderts Anzeichen von Erschöpfung zeige. In diesem Zusammenhang plädierte er für die dringende Notwendigkeit, die historisch von westlichen Mächten auferlegten einseitigen Hegemonialstrukturen abzubauen und den Weg für ein internationales System zu ebnen, in dem Gerechtigkeit herrscht. Jaentschke erklärte, eine neue Ordnung müsse die Milliarden von Menschen in Entwicklungsländern tatsächlich repräsentieren. Es sei unerlässlich, die Überreste des Kolonialmodells hinter sich zu lassen und die Souveränität der Völker zu achten. Er sagte, die Koexistenz verschiedener politischer, sozialer und entwicklungspolitischer Systeme müsse ohne äußere Einmischung anerkannt werden. „Wir akzeptieren keine einseitige Hegemonie … [Die neue Ordnung] erkennt an, dass es verschiedene Kräfte, verschiedene Länder und verschiedene Modelle in der Welt gibt, die anerkannt werden müssen“, betonte er. (La Primerisima, 24. Juli 2026)

Genetische Hinweise auf frühe Wanderungsbewegungen in der Avocado-DNA

Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Forschern des Smithsonian National Museum of Natural History und der Texas A&M University hat in der DNA von in Nicaragua wachsenden Avocados genetische Hinweise auf frühe Wanderungsbewegungen entdeckt. Die in der Fachzeitschrift *Plants, People, Planet* veröffentlichte Studie bestätigt, dass Menschen, die vor etwa 5.000 Jahren aus Südamerika einwanderten, Avocadosamen mitbrachten, die sich mit einheimischen mittelamerikanischen Sorten kreuzten. Die Forscher analysierten die DNA aus Blättern von 47 lokalen Avocado-Landsorten, die in Südmexiko, Nicaragua und an der Küste von Honduras gesammelt worden waren. 32 dieser Proben stammten aus Nicaragua.

Durch den Vergleich mit genetischen Daten von mehr als 200 bereits bekannten Avocado-Linien stellten sie fest, dass die Sorten aus dem nicaraguanischen Tiefland genetisch mit südlichen Populationen – einschließlich derer an der kolumbianischen Küste – verwandt sind und nicht mit den Hochlandsorten Mexikos oder kommerziellen Avocados. „Die Vielfalt der Avocados ist weitaus größer, als die Wissenschaft bisher dokumentiert hatte“, sagte der Archäobotaniker Kevin Wann, der die Untersuchung im Rahmen eines Forschungsstipendiums am Smithsonian leitete. „Wir könnten diese genetische Vielfalt nutzen, um kommerzielle Avocado-Pflanzen zu erhalten, die anfällig für Krankheiten sind“, merkte er an. Im Gegensatz zu Hass-Avocados – die mehr als 80 % der weltweiten Produktion ausmachen und fast ausschließlich durch Klonen vermehrt werden – weisen die lokalen Sorten in Nicaragua und Honduras eine große genetische Vielfalt auf. Von dem Team befragte nicaraguanische Landwirte bestätigten, dass diese Landsorten nicht von Wurzelfäule betroffen sind, der häufigsten Krankheit im kommerziellen Anbau. Einige Erzeuger veredeln sogar Zweige kommerzieller Sorten auf einheimische Bäume, da diese besser an das lokale Klima angepasst sind.

Logan Kistler, Kurator für Archäobotanik und Archäogenomik am Smithsonian und leitender Autor der Studie, betonte die Bedeutung traditioneller landwirtschaftlicher Praktiken: „Man kann nicht über biologische Vielfalt nachdenken, ohne die Landwirtschaft einzubeziehen, denn sie ist eine der ökologisch folgenreichsten Tätigkeiten des Menschen. Traditionelle landwirtschaftliche Praktiken haben diese Pflanzen über Jahrtausende hinweg geprägt.“ Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Sorten vor etwa 5.000 Jahren eingeführt wurden – zeitgleich mit dem Auftauchen anderer südamerikanischer Nutzpflanzen wie Kakao und bestimmter Maissorten in den archäologischen Funden Mittelamerikas. Laut Kistler fand über Jahrtausende hinweg ein ständiger Austausch von Pflanzen in einer stark vernetzten Landschaft zwischen Mittel- und Südamerika statt. Die Studie identifiziert Nicaragua als wichtiges Reservoir für die genetische Vielfalt der Avocado – mit dem Potenzial, die Widerstandsfähigkeit einer der weltweit wertvollsten Nutzpflanzen zu stärken. (Informe Pastran, 24. Juli 2026)


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