Projektinformation 12/2025 des Nicaragua-Forums

Frauenzentrum in El Viejo

Nähmaschine für Anahi

Wie seit Jahren berichten die Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums von einer schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage, an der sich leider nicht viel geändert habe - "als wäre die Zeit stehen geblieben". Eine wichtige wirtschaftliche Stütze sind die Auslandsüberweisungen emigrierter Familienmitglieder - sowohl für die nationale Wirtschaft als auch für viele Haushalte. Doch unter dem Fehlen familiärer Bezugspersonen leiden insbesondere die Kinder. Wie schon in den letzten Jahren klagen die Besucherinnen des Frauenzentrums über hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven sowie Angst vor Kriminalität.

Ein Ansatzpunkt, der Frauen ökonomische Perspektiven eröffnen soll, aber auch Räume für Begegnung und gegenseitigen Austausch bietet, sind die Näh-, Back-/Konditorei- und Frisier-/Styling-Kurse. Am 14. Dezember finden die diesjährigen Kurse mit der Übergabe der Zeugnisse ihren feierlichen Abschluss. Wieder besteht für die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, einen Kredit aus dem von uns finanzierten Kreditfonds in Anspruch zu nehmen. Über einige erfolgreiche Projekte berichteten wir in den letzten Ausgaben.

Während des Kurstages findet eine Gesprächsrunde statt, in der verschiedene Aspekte rund um die Themen Frauenrechte/Frauengesundheit aufgegriffen werden und die abwechselnd von der Rechtsanwältin, der Psychologin und der Gynäkologin geleitet werden.

Die Themen sind Familienplanung und Verhütung, Selbstbehauptung, Kinder- und Familienrechte, Anzeichen, die auf Gewalt oder sexuellen Missbrauch bei Kindern hindeuten, cybermobbing …
Zudem sollten die Teilnehmerinnen ihr eigenes "Lebens-Projekt", d.h. ihren Schritt in die ökonomische Selbstständigkeit planen.

Rechtsberatung und Unterstützung
    Die Angebote des Frauenzentrums umfassen insbesondere:
  • kostenlose Rechtsberatung und anwaltliche Vertretung durch die Rechtsanwältin
  • Beratung und Therapie bei der Psychologin
  • Untersuchung und Beratung durch die Frauenärztin.

Erweiterter VerkaufsstandUrsprünglich wurde die kostenlose Rechtsberatung eingerichtet, um von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen Hilfe anbieten zu können. Glücklicherweise sind solche Fälle die Ausnahme. Die meisten Frauen suchen Rechtsanwältin Kenia Ubilla wegen Unterhaltsklagen oder Streit um Sorgerecht auf. Manchmal stellt sich jedoch im Laufe der Gespräche heraus, dass es in der Familie zur Ausübung von Gewalt kam, dass die Mutter oder Töchter Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch wurden.

Ein besonders erschütternder Fall hat die Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums sehr bewegt.

Während eines Sorgerechtsprozesses hörte die Rechtsanwältin aus den Diskussionen zwischen den Eltern heraus, dass die 5-jährige Tochter durch einen jugendlichen Verwandten mehrmals sexuell missbraucht worden war. Weitere Ermittlungen ergaben, dass er sogar versucht hatte, das Kind zu vergewaltigen, was durch das plötzliche Eintreffen der Mutter glücklicherweise gerade noch verhindert werden konnte.

Die Rechtsanwältin führte Gespräche mit der Mutter des Täters, um ihr die Strafbarkeit seines Handelns zu verdeutlichen. Das Frauenzentrum bereitete eine Anzeige bei der Polizei vor, doch die Mutter des Mädchens wollte den 14-jährigen Täter nicht anzeigen, da er zu ihrer Familie gehört. Vielmehr entschuldigte sie sein Verhalten damit, dass er durch einen Unfall in der Kindheit eine geistige Beeinträchtigung habe.

Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass das Mädchen auch noch von einer erwachsenen Frau aus dem Umfeld der Familie nackt gefilmt worden war. Diese erwartet jetzt eine Anzeige.

Inzwischen befinden sich sowohl das kleine Mädchen und ihre beiden Eltern als auch der jugendliche Täter und seine Mutter in Therapie bei der Psychologin.

Die Rechtsanwältin hat durchgesetzt, dass der Täter sich dem Haus des Opfers nicht nähern darf, was durch Vertrauenspersonen in der Nachbarschaft überwacht wird.

Das Frauenzentrum bleibt ein wichtiger Anlaufpunkt für Frauen, die Unterstützung benötigen.

Die Gehälter der Koordinatorin, der Rechtsanwältin, der Psychologin und der Gynäkologin werden vom Nicaragua-Forum Heidelberg finanziert.

Spenden für dieses Projekt unter dem Stichwort: Frauenzentrum

Für die Finanzierung der verschiedenen Projekte sind wir auf ihre Unterstützung angewiesen. Bankverbindung:
Nicaragua-Forum Heidelberg | IBAN-Nummer: DE02 6725 0020 0001 5177 32
Sparkasse Heidelberg | BIC: SOLADES1HDB | Stichwort: ...