Grabesruhe ist das Ziel in Honduras
Freund der Putschisten wird BMZ-Abteilungsleiter
Mit den Worten "Grabesruhe" war eine Mitteilung überschieben, die uns am 27.02. aus Honduras erreichte. Darin werden u.a. zwei von 10 Fällen genannt, in denen Mitglieder der Widerstandsbewegung in Honduras getötet wurden. Fast unbemerkt von der Weltoeffentlichkeit wurden und werden aktivste Teile der “Resistencia” eliminiert – Hilferufe der Menschenrechtsorganisationen verhallen in der internationalen Medienflut: wen interessiert schon der Mord an einem Gewerkschafter / einer Gewerkschafterin aus Mittelamerika? Wer gehofft hatte, dass es nach dem Putschpraesidenten Micheletti besser wuerde – wurde enttaeuscht. Pepe Lobo, der neue Praesident der Partei der Nationalisten, gibt sich als Aushängeschild des Ausgleichs und seine Putschistenfreunde morden munter weiter.
3. Februar 20102 Uhr nachmittags in Tegucigalpa - Vanessa Zepeda, 29 Jahre alt, aktives Mitglied in der nationalen Widerstandsbewegung und der Gewerkschaft SITRAIHSS, Mutter von drei Kindern, das juengste 4 Monate alt.
Sie verlässt ihr Haus und wird viereinhalb Stunden spaeter in Loarque, einem fuer seinen Widerstandswillen bekannten Stadtteil, tot und mit Folterspuren aus einem Auto geworfen.
6 Uhr abends in Brisas de Olancho in Tegucigalpa in der Naehe der oertlichen Polizeistation. Julio Funez Benitez, 55 Jahre alt, ein aktives Mitglied in der nationalen Widerstandsbewegung und der Gewerkschaft Wasser und Kanal (SANAAYS), Vater von 3 Kindern, wurde von zwei Motorradkiller erschossen, die unerkannt entkommen.
Mittwoch, 24.02.2010 - Ein weiterer Fall dokumentierter Mordfall:In San Pedro Sula, am Mittwoch, 24. Februar klopften um ca. 14.00 Uhr die Mörder an die Tür von Claudia Larissa Brizuela... (Weitere Informationen)
Verantwortlich für das ungestrafte Morden sind aber nicht nur die Anführer der Mordkomandos und die an einer "Säuberung" interessierten Oligarchie in Honduras. Mit verantwortlich für diese grausamen Menschenrechtsverletzungen sind auch die Verniedlicher und Beschöniger des Putsches in Honduras, die spätestens nach den ersten Verbrechen unter den Putschisten wissen mussten, mit wem sie sich eingelassen haben. Da sie bis heute ihre Unterstützung der Putschisten und deren "Wunschnachfolger" Lobo nicht beendet haben, sind sie mitverantwortlich dafür, dass die Oligarchie und und ihre Mörderbanden in Honduras weiter ungestraft Terror und Schrecken verbreiten können. Mit verantwortlich ist z.B. Dr. Harald Klein von er Friedrich Naumann Stiftung, der bei der zweifelhaften Wahl des den Putschisten nahe stehenden Kandidaten Lobo, ohne wenn und aber erklärt hatte "Ja, das waren transparente, faire und saubere Wahlen."
Vermutlich war die engagierte Unterstützung der Putschisten in Honduras durch Klein auch einer der wesentlichen Gründe dafür, dass ihn BMZ-Minister Niebel zum Abteilungsleiter in seinem Ministerium ernannt. Welch ein gelungenes Signal für die Menschen im Süden.
Rudi Kurz, 01-03-10.
